Dienstag, 30. August 2011

Wer BREMST verliert...

... NICHT mehr automatisch, heutzutage. 
Der alte - aber auch in der heutigen Bikerszene immer noch BELIEBTE - Spruch "Wer bremst verliert" hat eigentlich lange schon an Aktualität eingebüßt. 
Zugegeben: In den Anfängen der Motorradgeschichte gehörte das Bremsen - vor allem das NOTFALL-Bremsen - zu den echten Abenteuern. Zu den Abenteuern mit oftmals absolut UNGEWISSEM Ausgang. 

Und auch mit der Entwicklung kräftig zupackender Scheibenbremsen verlor das Thema nicht an Brisanz. Wie oft habe ich in der Fahrschule mit meinem Instruktor das Zielbremsen geübt, wie oft habe ich anfänglich den Hütchen-Parcour zerlegt, in alle Winde zerschossen und meinen Lehrmeister in den WAHNSINN getrieben. Nun ja, lag vielleicht auch daran, dass der "Meister" immer alles nur verbal erklärte, aber mir NIEMALS selbst eine Übung vormachte. Aber SCHWAMM DRÜBER, das ist Geschichte... 

Geschichte ist ebenso die Gefährlichkeit des Bremsen - DANK ABS unterm Sattel, eine der lebenswichtigsten Erfindungen der Menschheit! Doch ABS ist nicht gleich ABS - leider gibt es auch heutzutage noch gravierende Unterschiede - nicht nur in der Technik, vor allem auch in der Wirkung. 
Deshalb hat der ADAC kürzlich aktuelle ABS-Systeme an Motorrädern getestet, beurteilt und direkt miteinander verglichen. Das ERGEBNIS ist sehr interessant:

(Screenshot www.adac.de)

Die GUTE Nachricht vorweg: Es gab kei MANGELHAFT, es gab auch kein AUSREICHEND. Die SCHLECHTE: Es gab auch kein SEHR GUT

BMW und KTM bauen die im ADAC-Test am Besten bewerteten ABS-Systeme, Honda und Ducati zeigen hingegen "Optimierungs-Potenzial". Interessant auch, dass das BMW-ABS in verschiedenen Motorradtypen (GS und RR ) zu durchaus sehr unterschiedlichen Ergebnissen und Bewertungen führen kann.
Und ein Aspekt des ADAC-Fazits geht im ganzen Lauftext beinahe unter: "Während vorrangig die beteiligten japanische Hersteller eher sicherheitsorientiert sind und die Bremsdruckmodulation der ABS-Einheit zur Fahrzeugstabilisierung konservativ - also früher - einsetzen, erlauben BMW der S 1000 RR sowie Ducati der Multistrada 1200 eine relativ ausgeprägte Bremsdynamik, die den Fahrer stärker in die Pflicht nimmt."

Will sagen: ABS-Notfallbremsen will GEÜBT sein - verlassen wir uns KEINESFALLS darauf, dass die Technik unter unserem  Poppes im Notfall schon alles regeln wird. Wir Biker sind und bleiben trotz ABS & Co. immer noch DER entscheidende Faktor im sicheren Umgang mit dem Bike. 

mikels LeseTIPP der Woche: Die aktuelle Motorrad-ABS-Analyse des ADAC - sie zeigt uns einmal mehr, dass uns moderne Motorrad-HighTech in vielen kritischen Alltagssituationen helfen kann. Vor allem durch atemberaubende Reaktionszeiten. ABER diese Technik ist auch relativ dumm - wie ein PC daheim - sie verlangt klare Ansagen, klare Aktivierungsimpulse und aktives Mitregeln, ja Eingreifen unsererseits. 

Ach ja: Und EINES zeigt der ADAC-Test einmal mehr: Jedes moderne ABS ist DEUTLICH BESSER, als kein ABS... 
Also: Beim Neukauf niemals mehr OHNE... aber das hatten wir ja schon...


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